Latin American Goth Girls Reading Group

Beschreibung deutsch:

Seit einigen Jahren lässt sich ein neuer Boom lateinamerikanischer Literatur beobachten, wie man ihn wohl seit den 60ern/70ern nicht mehr erlebt hatte. Autorinnen wie Samanta Schweblin, Fernanda Melchor, María Fernanda Ampuero, Mónica Ojeda oder Mariana Enriquez werden von der internationalen Kritik entdeckt und gefeiert. Die Literaturwissenschaft spricht von ihnen als Vertreterinnen eines „New Gothic“, „Gótico Latinoamericano“ oder „Gótico Andino“, die Erzähltechniken des Horrors und Fantastischen miteinander verbinden. Doch trifft dieses Label überhaupt zu? Ihre Texte erzählen schließlich keine Gespenstergeschichten in der Tradition klassischer Schauerromane. Sie verhandeln vielmehr die Schrecken realer gesellschaftlicher Zustände ihres Kontinents: Femizide, Traumata von Diktaturen, soziale Ungleichheit und Extraktivismus. 

In diesem Seminar werden wir gemeinsam zeitgenössische Autorinnen aus Ländern wie Argentinien, Mexiko und Ecuador lesen und in ihren Texten untersuchen, wie Schauerromantik mit indigenen Kosmologien, lateinamerikanischer Geschichte und gegenwärtigen feministischen Perspektiven verknüpft wird. Wir diskutieren, ob gerade das Genre des Horrors ein wirksames Werkzeug ist, um Unaussprechliches zu erzählen und fragen uns nicht zuletzt, wie man dies für das eigene Schreiben nutzen kann. 

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description English:

In recent years, there has been a “boom” in Latin American literature unlike anything seen since the 1960s and 1970s. Especially female writers such as Samanta Schweblin, Fernanda Melchor, María Fernanda Ampuero, Mónica Ojeda, and Mariana Enríquez are being discovered and celebrated by international critics. Literary scholars refer to them as representatives of a “New Gothic,” “Gótico Latinoamericano,” or “Gótico Andino,” blending the narrative techniques of horror and the fantastic. But does this label even apply? After all, their texts do not tell ghost stories in the tradition of classic gothic novels. Rather, they address the horrors of real social conditions on their continent: femicide, the trauma of dictatorships, social inequality, and extractivism. 

In this seminar, we will read works by contemporary female authors from countries such as Argentina, Mexico, and Ecuador, and examine how Gothic aesthetics are intertwined with indigenous cosmologies, Latin American history, and contemporary feminist perspectives in their texts. We will discuss whether the horror genre in particular is an effective tool for telling the unspeakable, and, not least, ask ourselves how this can be applied to our own writing. 

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Dozent*innen: Juliana Kálnay & Juan S. Guse
—> j.kalnay@khm.de —> juan.guse@khm.de
Ort: Heumarkt 14, H.3.26
Turnus: wöchentlich dienstags 14-16 Uhr

DE:

Das Engine Room Seminar richtet sich an Studierende, die mit einer Game Engine an ihren Projekten und künstlerischer Forschung arbeiten möchten, sowie an alle, die auf mittlerem oder fortgeschrittenem Niveau mit Werkzeugen der Computergrafik arbeiten. Das Seminar bietet einen wöchentlichen Austausch über laufende Entwicklungen und darüber, wie Verschiebungen in kommerziellen Produktionspipelines nicht nur die Praxis und Ästhetik der Medienkunst beeinflussen, sondern auch die Nachfrage nach Ressourcen. Die Sitzungen umfassen eine Auseinandersetzung mit CG-Kunstpraktiken zur Entwicklung von Arbeiten sowie ein Kolloquium zur Präsentation laufender oder geplanter Projekte. Neben Workshops und Diskussionen über technische Ansätze und Methoden werden die künstlerischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte von Game und Play sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Weltentwerfens diskutiert. Grundkenntnisse in 3D werden empfohlen. Bei Fragen zur Einführung in spezifische CG-Software stehen das CG Lab und das Engine Room Wiki (https://exmediawiki.khm.de/index.php/) mit Anleitungen und Dokumentation zur Verfügung. 

EN:

The Engine Room seminar is aimed at students interested in working with game engines for their projects and artistic research, as well as anyone working with computer graphics tools on an intermediate or advanced level. This seminar offers a weekly exchange for discussing ongoing developments, as well as how shifts in commercial pipelines influence not only media art practices and aesthetics but also the demand for resource extraction. The sessions consist of an exploration of CG art practices for developing game engine-based artworks, as well as a colloquium for presenting ongoing or planned projects. Along with workshops and discussions about technical approaches and methods, there will be opportunities to discuss the artistic, economic, and social aspects of gaming and the possibilities and limits of imagining worlds. A basic knowledge of the fundamentals of 3D is recommended. For questions about the introduction to specific computer graphics software, please visit the CG Lab and Engine Room wikis (https://exmediawiki.khm.de/index.php/) for beginner tutorials and documentation. 

In diesem Grundlagenseminar befassen wir uns mit poetischen Formen, im Plural. Mit neuen Formen, alten Formen, obsoleten, antiken, barocken und modernen Formen. Welche Formen sind womöglich nicht mehr zu retten, welche lassen sich sinnvollerweise recyceln?

Vom Metrum über silbische Dichtung hin zu allen Erscheinungsformen des Reimes, über die Odengruppe und unterschiedliche strophische Varianten zur Sestine, Villanelle und zum Sonett. Auch offene Formen wie das Prosagedicht, das essayistische Gedicht und typographische Archipel-Gedichten nehmen wir in den Blick. Mit besonderer Konzentration auf gegenwärtige formgebundene Experimente wie Ann Cottens neuer Band "Poller" und Marion Poschmanns "Flussfragmente".

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Dozent*in: Prof. Monika Rinck
Ort: Heumarkt 14, R.1.06 (Seminarraum 1)
Turnus: wöchentlich montags 14-16 Uhr

Das heißt natürlich auch: Lasst uns über "uns" und unsere Beteiligung an Institutionen sprechen. Nicht nur über die KHM als öffentlich geförderte Kunsthochschule, sondern auch: über deinen Staat, über meinen Verlag, unsere Gesundheitssysteme und über eure WG. Was als "Institutional Critique" vor ein paar Jahrzehnten noch häufig als ein Konzept der Zerstörung oder des Angriffs auf "die Institution" gelesen wurde, muss heute längst verstanden werden als spielerische und demokratische Praxis, sie als solche überhaupt am Leben zu halten.

Wir schauen sowohl auf die inzwischen historischen, institutionskritischen Aktionen von Hans Haacke oder Andrea Fraser genauso wie auf aktuelle künstlerische Projekte, die den konkreten Aufbau einer Institution zum Ziel haben. Dazu rufen wir uns die historischen Voraussetzungen der Institutionsentwicklung ins Gedächtnis und lesen soziologische und politische Institutstheorien (wie zum Beispiel Acemoğlu, Ahrendt, Althusser, Castoriadis, Heinrich, Luhmann, Möllers, Weber u.a.). Um am Ende vielleicht etwas besser zu wissen: Welche Form der Institutionen sind wirklich "nützlich" (Tania Bruguera) und (wie?) zu schützen und welche müssen wir (wie?) verändern.

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Dozent*innen: Mara Genschel & Monika Rinck
Ort: Heumarkt 14, T8.08
Turnus: wöchentlich mittwochs 17-19 Uhr